Operationeller Materialismus


Als „operationellen Materialismus“ bezeichne ich eine Auffassung, nach welcher die konstruktive Tätigkeit (Konstruktivismus), zwei Unterscheidungen verwendet: Form ud Material. Wenn ich ein Artefakt herstelle, muss ich Material formen. Material ist in diesem Sinne aber nicht Materie, die vorhanden ist, sondern etwas, was sich durch die herstellende Formgebung konstituiert. Wenn ich ein Schwert oder eine Sichel schmiede, forme ich etwas, was ich als Materiel bezeichne.

„Materialismus“ bezeichnet so gesehen eine operative Sicht, in welcher ich bestimmte Unterscheidungen mache. Das hat nichts mit einer wirklichen Beschaffenheit einer gegeben Welt zu tun, sondern etwas damit, wie ich mir die Aneignung der Welt vorstelle.

In dieser Aneignung der Welt beobachte ich eine formbare Um-Welt. Und alles was ich formen kann, bezeichne ich als Material. Als Form bezeichne ich in diesem Zusammenhang genau das, was ich zeichnen kann. Wenn ich einen Tisch zeichne, dann zeichne ich dessen Form. Nebenbei bemerkt, meine Sprache taugt wenig, wenn ich Formen beschreiben muss. Hier gilt, dass eine Zeichnung mehr sagt als tausend Worte.

Wenn ich einen Tisch herstelle, forme ich beispielsweise Holz.

Zu „Materialismus“ gibt es beliebig viele Auffassungen. Verbreitet sind Vorstellungen, die an ein naives Naturwissenschaftsverständnis anschliessen, in welchem man sich die Welt als Materie vorstellt, die beispielsweise aus Atomen und dergleichem besteht. Die Naturwissenschaften vor dem 20. Jhd. verkörperten solche Vorstellungen. Im 20. Jhd lösten sich aber diese Vorstellungen in Quanten und Dualismen auf. Für die aktuelle Naturwissenschaft spielt die Kategorie „Materie“ keine Rolle, sie erscheint nur im vermittelden Diskurs, wenn Naturwissenschafter den Laien erzählen, womit sie sich befassen.

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3 Antworten zu “Operationeller Materialismus

  1. Pingback: Text « Dialog

  2. Gut, für diesen Autor kommt Materialismus noch immer wie zu Beginn des Kalten Krieges in der bayrischen Dorfschule von MATERIAL:
    DAMIT ERLEDIGT SICH JEDER WEITERE kOMMENTAR, eigentlich.
    Schlage vor, der Autor trennt für sich zunächst Material von Materie, danach die Physik von der Philosophie und dann Holz vom Stahl, wegen der Erfahrbarkeit all dieser Dinge über reine Konstruktion.
    Falls ihm dabei ein Materialist in die Quere kommt, bitte keine Panik, der ist weder von gestern noch fürs Material, erst recht nicht fürs Materielle und noch weniger fürs materiell-Monetäre, der hält ganz einfach auch den Autor wie alles andere für Materie und nicht für ein Hirngespinst, auch nicht für eine solche Konstruktion.
    Peinlich ohnesgleichen ist immer wieder der schnöde vertuschte Selbstschluß der sich als Konstruktivismusdesigner Gebenden, wenn sie glauben, sie könnten sich Schmerzen durch konstruierte Vorstellungen vertreiben.
    Mit dem Konstruktivismus ist das wie mit dem Eis: wenn es warm wird, besonders wenn es heiß wird, schmilzt alles dahin….
    Nix los damit – oder was kann man mit konstruktivistischer Träumerei letztlich anfangen, ohne sich selbst als Person zu verlieren?
    Soweit bekannt, benötigt jede Konstruktion Information, sonst wird nichts.
    Soll mal als Allererstes KonstruktivistenAutor sagen, was das in seinem Konstruktivismus ist, wo sie wie herkommt und dann verbleibt und das alles natürlich ohne die für ihn „veraltete“ Materie …

    Das Beste ist jedoch, der Konstruktivismusdesigner gibt gleich an, wovor er sich drücken will in der Welt bzw. wovon er andere Menschen abhalten will mit diesem brotlosen neuen Unterhaltungsgame.

    Konstruktivismus ist ein gigantisches ins Nirwana zeigende Game open end für Menschen mit scharfem Verstand und ohne Aufgabe,.
    Sie fallen damit evolutionstheoretisch sowohl aus dem Raster des neuen Weltgeist-Erfinders Dr. Dawkins mit seinen Egoistischen Genen die uns ja lenken sollen, wie auch aus dem der Kooperativen Gene des Dr. Bauer, und beim Herrn (egal bei welchem) dürften sie auch nicht gerade mit freudigen Lächeln bedacht werden – welcher Herr und Gott hat es schon gern, nur als konstruktives Konstrukt eines Menschen behandelt zu werden ….
    Macht nichts, die Evolution haben wir ja auch nur uns selber konstruiert, komisch ist das aber mit den Kühen und dem Gras, ob die sich auch von jedem Halm eine Zeichnung konstruieren müssen und davon dann satt werden und Methan pupsen zu können? Ganz ohne Materie?

    Merke zu „Und alles was ich formen kann, bezeichne ich als Material“:
    Du kannst als Konstruktivist leider nichts formen, auch kein Material, du kannst es bestenfalls – und das nur für dich selber – in Dir konstruieren und innerlich „betrachten“ – mehr nicht, schon vegessen? Du bist selbst nur Abbild des Abbildes, da läuft nix Anderes mehr mit formen …

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