Gesellschaft und Gemeinschaft


Den Ausdruck „Gesellschaft“ erkenne ich in sehr verschiedenen Verwendungen. Ich meine hier nicht Wortverwendungen wie noble oder üble Gesellschaft und auch nicht die Tatsache, dass von Aktien- oder Schützengesellschaften die Rede ist. Ich meine verschiedene Wortverwendungen, die doch alle auf die Gesellschaft überhaupt verweisen. N. Luhmann hat in der Begründung seiner Gesellschaftslehre festgestellt, dass die Soziologie – vor ihm – keine Gesellschaftstheorie gehabt habe, dass sich mithin – in der Soziologie – gar nie jemand bewusst gemacht habe, wie er den Ausdruck Gesellschaft verwendet. N. Luhmann hat einen Vorschlag gemacht und so einen Dialog eröffnet.

Man kann – ich glaube N. Luhmann tut es – Gesellschaft als das Eine oder Umfassende auffassen, das sich in Form seiner Differenzierungen zeigt. In dieser Beobachtung unterscheide ich Gesellschaft von nichts, sondern treffe alle Unterscheidungen innerhalb der Gesellschaft. Ich kann so Gesellschaft etwa als autopoietisches System auffassen, das sich durch eine sich permanet wiederholende Operation hervorbringt und selbst organisiert. N. Luhmann bezeichnet die gesellschaftskonstituierende Operation als Kommunikation, die an Kommunikation anschliesst. Gesellschaft bedeutet dann die fortlaufende Kommunikation.

In einer anderen Wortverwendung bezeichne ich mit dem Ausdruck „Gesellschaft“ eine Differenz, in welcher Gesellschaft für die Differenz zwischen Gesellschaft und Gemeinschaft steht. Man kann das etwa so lesen: Wenn ich Gesellschaft sage, meine ich den Unterschied zwischen Gesellschaft und Gemeinschaft. Diese Art der Vereinbarung von Ausdrücken zitiert also eine Unterscheidung, die als Beobachtungs-Operation beschrieben werden kann. So muss ich nicht über die Gesellschaft an sich, also nicht über eine „ontologische Wesenheit“ sprechen, der ich Eigenschaften zuordne, sondern ich spreche über „Beobachtungen“, die Differenzen einführen.

Kommunikation kommt als kritische Operation natürlich nicht in Frage, wenn in der Gemeinschaft wie in der Gesellschaft kommuniziert wird. Als konstituierende Operation verwende ich das Tauschen. In der Gesellschaft wird getauscht, in der Gemeinschaft wird nicht getauscht. Als Gesellschaft bezeichne ich diesem Sinne eine fortgesetzte Tauschoperation, die auf der entwickelsten Stufe durch Lohn repäsentiert wird, was gemeinhin als kapitalistische Gesellschaft bezeichnet wird. Die noch nicht entwickelte Gesellschaft tauscht Gegenstände und kennt noch keinen Vertrag und mit hin auch keinen Gesellschaftsvertrag. Die entwickelte Gesellschaft hat eine Verfassung, in welcher die Tauschverhältnisse niedergeschrieben sind.

Durch die Differenz zwischen Gesellschaft und Gemeinschaft erkenne ich die Gemeinschaft als bestimmte Negation der Gesellschaft.  Gemeinschaft heisst also nicht einfach Nicht-Gesellschaft, sondern steht komplementär für eine bestimmte Auffassung von Gesellschaft. Es ist die Ausdifferenzierung der Gesellschaft, die die Gemeinschaft als die nicht markierte Seite der Unterscheidung erzeugt. Ich meine also nicht, dass es Gemeinschaften jenseits von Gesellschaft gibt. Ich stelle mir nicht primitive Menschen vor, die sozusagen naturwüchsig noch jenseits des Tauschens leben, sondern Menschen, die tauschen. Aber jedes Tauschen thematisiert das Nichttauschen, das Schenken oder Geben, das im Tausch gerade nicht stattfindet oder aufgehoben ist. Das gesellschaftliche Verhältnis erzeugt das alternative Bewusstsein einer Gemeinschaft.

Solche Gemeinschaft entsteht als Differenz in der Gesellschaft. Es gibt in diesem keine Gemeinschaft, die vor oder neben der Gesellschaft existiert. Aber es gibt in jeder Gesellschaft als Gemeinschaft mystifizierte Verhältnisse überall dort, wo das Tauschen noch keine Form gefunden hat, also nicht entwickelt wurde. In der Mutter-Kind-Beziehung muss ich keinen Tauschen  sehen und in der kleinbürgerlichen Familie herrscht sogar ausdifferenzierte Arbeitsteilung, ohne dass deswegen getauscht wird.

Im gesellschaftlichen Diskurs werden Verhältnisse, die nicht auf Tausch beruhen, auf Tausch hochgerechnet. Die Mutter bekommt dann von ihrem Kind ganz viel immaterielle Werte zurück, und der Hausfrau wird ein potentieller Lohn zugesprochen, auf den sie unter bestimmten Umständen einer gescheiterten Arbeitsteilung sogar pochen darf. Das sind gesellschaftlich noch nicht entwickelte Bereiche, die in dieser Perspektive gemeinschaftlich erscheinen, gerade auch weil gleiche Leistungen etwa durch Kinderkrippen oder Wäschereien auch schon am Markt erbracht, also getauscht werden.

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11 Antworten zu “Gesellschaft und Gemeinschaft

  1. Na endlich hat hier einmal einer, der den Durchblick hat, die Dinge bei ihrem richtigen und rechten Luhmann-Namen benannt.

    Aber 95% der deutschen Soziologen mögen ja diesen Luhmann nicht besonders, und so werkeln sich so viele immer noch ab an längst geklärten Fragen.

    dieterbohrer alias Rudi K. Sander aka @rudolfanders aus Bad Schwalbach.

  2. Plauschen – oder Tauschen ?
    „N. Luhmann bezeichnet die gesellschaftskonstituierende Operation als Kommunikation, die an Kommunikation anschliesst. Gesellschaft bedeutet dann die fortlaufende Kommunikation.“ –

    Der erste Teil des Satzes ist korrekt (bis „Kommunikation“),
    der zweite Teil des Satzes, der eigentlich wichtige, fehlt,
    der dritte Teil des Satzes wird durch das Fehlen des zweiten unleserlich, verwischt und des Inhaltes entleert:
    Denn wie und wozu sollte Kommunikation (unverstanden) an Kommunikation auch noch anschließen (können?)?

    Das Geheimnis, das eventuell doch zu verstehen, verstand weder Dieterbohrer noch Luhmann leider nicht:
    Es ist der zweite fehlende Teil obiger Aussage, der mitteilt, wozu und wie Kommunikation „gesellschaftskonstituierend“ sein kann, bzw. auch ist:
    Die INFORMATION.
    Die Kommunikation ist nur „handlungsfähig“ und von Wert, wenn sie INFORMATION ermöglicht und damit Verbindung sicherstellt, ansonsten ist es nicht einmal Kommunikation.
    Nur über den kommunikativen Vorgang der Vermittlung von INFORMATION wird weitere Kommunikation möglich, ansonsten reißt sie ab und konstituiert – NICHTS, erst recht keine Gesellschaft.

    Eigentlich solltest du das kennen.
    Daß es Luhmann nicht kannte, ist nicht mehr zu ändern – nur dadurch wird sein Unvermögen weder sinnvoll noch stimmig, das mit der Gesellschaftskonstitution.
    Sicher – so wollen wir mal zu seinen Gunsten annehmen – ist Luhmann nur nicht fertig geworden, mit dem konstituierendem Konstruieren von Gesellschaft, das er einfach nicht mehr schaffte.

    So ist das halt, als Apolloget des UNTERSCHIEDES ist z.B. „meine Gesellschaft“ eine die „Ge mein schafft“ – das ist der ganze Unterschied zwischen Gesellschaft und Gemeinschaft, wie zwischen Band und Bund – so einfach könnte man das sagen, wenn es darum ginge.

    Und wieso denkt man sich dies in den Text – es paßt ja nicht einmal konstruktiv:
    „In der Gesellschaft wird getauscht, in der Gemeinschaft wird nicht getauscht“ – ?
    Die Erklärung dazu ist simpel:
    Du bist nicht in einer Familie aufgewachsen, kennst daher „Gemeinschaft“ nicht gut, sonst wüßtest du, daß Familie zuerst Gemeinschaft und dann auch Gesellschaft ist und alles, was dir zufällt, von Familie gemeinsam be- und geschafft ist, bevor es für und mit dir GETAUSCHT wurde.
    Genau hinsehend ist jede menschliche Existenz in Gesellschaft und Gemeinschaft nur über Geben und Nehmen möglich, und bitte was ist das anderes als TAUSCH ?

    Denn jedes Subsystem (Gemeinschaft) differenziert (unterscheidet) sich zum System (Gesellschaft), beide sind soziale Systeme, damit offene Systeme und den allgemeinen Erfordernissen von Systemen unterworfen, zu denen prinzipiell und existenziell der inner- und außersystemische AUSTAUSCH mit benachbarten oder über- / wie untergeordneten Systemen gehört:
    Ein System ohne Austausch gibt es nicht, da es dann zugrunde gehen würde, seine Identität (Differenz zu anderen) sofort verliert.

    Du konstruierst dir offensichtlich falsche Prämissen und erhältst so nur ein Kartenhaus (ein luhmannsches Zettelhaus?)
    Ob du lieber den Text nochmal überarbeitest?

  3. danke für die Anmerkungen. Ich verstehe sie aber nicht recht. Ich weiss nicht, ob ich Deiner Meinung nach Luhmann falsch zitiere, oder ob ich etwas Falsches schreibe, weil ich Luhmann richtig zitiere.

    Tauschen ist für mich – unabhängig von Luhmann – etwas ganz anderes als geben und nehmen. Beim Tauschen werden GLEICHE WERTE gegeben und genommen.

    Und ich habe Deine Unterscheidung zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft nicht verstanden, wohl weil ich Band und Bund in diesem Kontext nicht verstehe. Ich wäre froh und dankbar, wenn Du den Unterschied noch etwas erläutern würdest

    • „Tauschen ist für mich – unabhängig von Luhmann – etwas ganz anderes als geben und nehmen. Beim Tauschen werden GLEICHE WERTE gegeben und genommen.“
      Woher hast du das? Das mit den GLEICHEN WERTEN, die alleinig TAUSCH sein sollen?
      Ist das deine persönliche Kreation oder wie muß man sich das vorstellen?
      Aus meiner Sicht ist das die Vorschulversion von Tausch, denn man kann durchaus auch 8 Stunden Arbeitskraft gegen 1,00 EUR /Std. tauschen, sogar amtlich, gleicher WERT?
      Oder ich tausche mit dir meine alte Schreibmaschine gegen deinen neuen apple, oder mein altes Sofa gegen 1 Flasche Wein (Kleinanzeigen, da kannst du lernen, was Tausch ALLES sein kann).
      Band- Bund:
      Das Band hält den Bund zusammen.
      Die GemeinschaftEN halten die Gesellschaft zusammen (oder es sind keine), sie können allerdings auch das Gegenteil bewirken – nur dann ist das zerrissene Gesellschaft, was auch wieder nur Gesellschaft ist.

      Ob und wie du Luhmann zitierst, ist unwichtig, so wie dessen vergessene Theorie, es sei denn, du möchtest etwas Wichtiges schreiben, dann kannst du das ja einfach umgehen und eigene Erkenntnisse verwenden.
      Begründung:
      Luhmann ist nur von Luhmann zu verstehen, und um ihn zu beweisen, hat er sich zu wenig damit beschäftigt, er landet immer wieder im gleichen Kasten, es ist ein Kreisverkehr ohne Ausfahrt, also eine überflüssige Investition und arg begrenzt in der Kapazität der Kreisverkehrer.

  4. ok, danke, lassen wir Luhmann in Zukunft aussen vor, ich habe nur gemeint, Dir wäre wichtig, dass ich ihn richtig zitiere. Mir ist er auch nicht wichtig und mir ist auch nicht wichtig, ob ich ihn richtig/falsch verstehe. Ich bringe ihn nur ins Spiel, wo ich Anschlussmöglichkeiten sehe.
    Das mit dem Tauschen sehen wir verschieden. Mir geht es nicht darum, dass der Preis ganz anders sein kann als der Wert (zb 1 Euro für 1 Stunde Arbeit), mir geht es darum, dass beim Tauschen durch A. Smiths unsichtbare Hand des Marktes Wertgleichheit angestrebt wird. Jeder hofft im Tausch mindestens den gleichen Wert in anderer Form zu bekommen.

    Woher ich das habe, spielt für mich keine Rolle. Ich verwende den Ausdruck so.
    Und das Band, das den Bund zusammenhält, kenne ich unter anderem bei Spargel und anderen Dingen, die ich bundweise kaufe. Aber die Metapher erhellt mich nicht. Ich sehe nicht wie Gemeinschaften etwas für Gesellschaften tun, keine Ahnung, wie das aussehen soll. Vielleicht kannst Du da noch etwas ausführlicher werden.

    • „Vielleicht kannst Du da noch etwas ausführlicher werden.“ –
      Och nö, es ging doch nicht um gemein schaffen für Gesellschaften, auch nicht um Nachgeschobenes: Wert zu „Preis“ – davon redest nur du, bei mir taucht Preis nicht auf, soll nach dem guten alten Smith auch weniger was mit TAUSCHzu tun gehabt haben, sondern eher mit Kauf und Verkauf.
      Aber du wolltest doch hier von Tausch reden – da gibt es keinen Preis. Es sei denn du meinst AUSTAUSCH, da würden auch Kauf und Preis mit drin sein, aber das sagtest du ja net.
      Deshalb: Nö, net ausführlicher

  5. ahhh…, ok. dann gings doch nur um die Verwendung des Ausdruckes: Tausch, Austausch, Verkauf …
    Gut, dann haben wir uns darauf geeinigt, dass wir bestimmte Wörter verschieden verwenden und was das wichtige dabei ist, wie wir sie verschieden verwenden.
    Alle verwenden Wörter verschieden, wichtig ist für mich der Dialog, in welchem solche Verschiedenheit sichtbar wird. Das aber genügt vollauf, wir müssen uns danach nicht auf eine gemeinsamme Verwendung der Wörter festlegen, weil wir jetzt ja wissen, wer welche Wörter wie verwendet.
    Ich spreche von tauschen, wenn ich beim Geben ein Bekommen erwarte, das dem Geben entspricht. Das ist – in meiner Redeweise – Kauf/Verkauf wenn es durch Geld vermittelt ist.
    Das sind aber nur Wörter – in hinter den Wörtern habe ich Vorstellungen, die ich mehr oder weniger gut ausdrücken kann. Mein Ausdruck ist so, dass ich Tauschen (im Sinne von Kaufen/Verkaufen) als Kriterium für die Differenz
    Gesellschaft/Gemeinschaft verwende, weil es genau dieses Tauschen beispielsweise in der Familie zunächst nicht gibt. Und ich sehe in diesem Tauschen die konstituierende Operation, die das System Gesellschaft hervorbringt, während die Gemeinschaft kein System ist und deshalb keine solche Operation kennt, sondern nur die Abwesenheit dieser Operation.

  6. Nein, rolftodesco, das haben WIR nicht, uns geeinigt auf etwas, schon gar nicht auf die Bedeutungs- und Deutungslosigkeit von gesellschaftlichen Basisbegriffen.
    Das entspräche der Entfernung des Werkzeugs Sprache im Denken, was ich nicht für möglich halte, und auch du das nicht versuchen solltest – dir zu liebe.
    So ist es völlig nebensächlich was DU unter TAUSCH verstehst, solange bekannt, geläufig und ausreichend bestätigt und beschrieben ist, was MAN unter Tausch versteht.
    Das System „Gesellschaft“ ist eine soziale Kategorie, als die Ganzheit von Menschengruppen in großem Ausmaß, meist gemeint:
    Im Gesamtumfang der auf benennbarem Territorium lebenden Menschen.

    Durch dieses gemeinsam benennbare Territorium ist bereits ein Kriterium einer (!) „Gemeinschaft“ erfüllt, eines.
    Das wesentliche Kriterium, das dies (oder andere Gesellschaften / Gemeinschaften) zusammenhält, ist kurioserweise die (soziale) Differenz, der (soziale) UNTERSCHIED, der gravitativ für (die erforderliche) Gemeinschaft in der Gesellschaft sorgt. Ist dieser durch diese oder durch Teile von ihnen nicht erfaßbar – gleich aus welchem Grunde – so kann er seine grundsätzlich progressive Gesellschaftskraft nicht entfalten und wirkt zerstörend da asystemisch und so nicht systemisch nutzbar.

    Da du nicht erkannt hast, daß „Gemeinschaft“ nur existent ist als (auch wieder) eine GANZHEIT – was wohl unstrittig ist – kannst du auch nicht erkennen, daß diese daher auch nur und sehr wohl als Ganzheit eben SYSTEM ist, daß zwangsläufig den systemischen Kriterien entsprechen muß.
    Da du Luhmanngeprägt (-geschädelt) erscheinst, dieser auch nicht SYSTEM buchstabieren und beschreiben konnte (geschweige anwenden), stehst du nun vor der Aufgabe, etwas zu unternehmen, das dir erlaubt, die Systemfunktion bzw. die systemische Ganzheit von „Gemeinschaft“ zu sehen, um deinen eigenen obigen Text so verstehen zu können, wie er sich (besser du ihn) vor anderen auf den Tisch legt.
    Leider weiß ich nicht , was das bei dir sein könnte.
    Oder:
    Alles Weitere ist dir bekannt.

  7. ich meine, dass wir darin einig sind, dass wir viele Wörter sehr verschieden verwenden. Ich meine nicht, dass wir darin einig seinen, dass das so gut sei. Ich weiss leider nicht wie MAN die Wörter braucht, weil ich MAN nicht
    kenne und ihn nie sprechen höre. Ich kenne aber beispielsweise die Texte von LuhMANn. Und dort lese ich eine ganz andere Definition von Gesellschaft als bei Dir. Ich nehme das als Beleg, dass die Wörter verschieden verwendet und verschieden „definiert“ werden.

    Im Dialog kann ich erkennen, wie verschieden und vor allem auch WIE die Wörter von den jeweiligen Sprechern verwendet werden. Dann brauche ich keine Hypothese dazu wie MAN die Wörter verwendet, weil die konkreten Sprecher im Unterschied zum MAN ja jeweils miteinander sprechen.

    Und natürlich muss ich immer akzeptieren, wenn mir jemand sagt, dass er nicht verstehen kann, wie ich die Worte verwende. Dann kann ich weitere Erläuterungen geben, die aber vielleicht auch nicht helfen. Und ich muss auch realisieren, wenn mir jemand sagt, dass ich bestimmte Wörter anders verwenden SOLLLTE/MÜSSE. Aber das muss ich deswegen ja nicht auch tun. Und wenn mir jemand sagt, dass ich bestimmte Wörter wie Luhmann verwende, dann sage ich, dass ich offenbar nicht der einzige bin, der diese
    Wörter SO verwendet. Das hilft (mir) zwar gar nichts, aber es deutet darauf hin, dass wir die Wörter so verwenden, wie wir es eben tun. Wir haben die Freiheit.

    Und dann gibt es noch eine politische Ebene jenseits der Wörter. Wenn ich einen Text ins Netz stelle, mag der Zuspruch und Widerspruch bekommen (wie das in diesem Fall ja der Fall ist (siehe den Kommentar von @rudolfanders @dieterbohrer)). Das deutet darauf hin, dass der Text verschieden „verstanden“ wird und wohl darauf hin, dass verschiedene Leser auch einzelne Wöter verschieden lesen (verwenden). Ich kann mich also nicht darum kümmern, wie MAN die Wörter verwendet, sondern nur erläutern, wie ich sie verwende.

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