„Crowdfunding“ (Finanzfonds für crowds)


Two’s company, three’s a crowd.

Seit kurzer Zeit weht ein neuaufgelegtes Lüftchen durch alle Ritzen: es heisst Crowdfunding und geht so: Etwas, was auf konventionellem Weg keinen Markt finden kann, nimmt den Weg des Spendenaufrufes via social media im Internet. Ich bezeichne diesen Weg als Weg des Bettelns, wobei ich gar nichts gegen das Betteln habe und hier auch etwas anderes thematisieren will: Die Crowd und den Fond.

drängen, also für ausschliessen und zusammenpferchen. Geschäft, in welchem mit dem zusammengesammelten Geld der Crowd Spekulation im grössten Ausmass betrieben wird. Viele kleine Beträge verteilen das Risiko optimal und lassen mehr Risiko und Gewinnaussichten im Verdrängungskampf zu. Die Fonds investieren, wo ein Einzelner um sein Geld Angst hätte. Finanzbasen sind das Resultat von Fonds.

Wenn jemand im Internet – etwa auf Facebook – für einen „guten Zweck“ bettelt, kommt oft rasch viel Geld zusammen. Das ist auch bei Massenmedien oft der Fall, etwa wenn im TV für eine „Katastrophe“ gesammelt wird. Und wo so viel Geld fliesst, stellt sich rasch ein Vermittler ein, der für seine Dienstleistung einen kleinen Betrag behält, aber umgekehrt viel mehr Aufmerksamkeit erreicht, weil er viele private Bettler vermittelt. Das Muster dazu liefern sogenannte Plattformen wie Facebook, Amazone, ebay usw. Ein Beispiel ist etwa startnext.de, wo für jedes erdenkliche Projekt Geld gesammelt werden kann.

Mehr inhaltlich gesehen ist das crowdfunding natürlich keine neue Erfindung. In Form von Subskription und anderen Verfahren ist es schon sehr lange bekannt. Eine spezielle Variante ist auch der sogenannte Mikrokredit.

Und nachdem nun das Crowdfunding populär geworden ist, gibt es auch die Inversion dazu, die darin besteht, dass eine Privatperson ihr eigenes Projekt nicht mehr via eine fremde Plattform bewirbt, sondern selbst eine Plattform zum Geldsammeln eröffnet.

Ein Beispiel dafür Übersetzung des Lautes „crowd“, die auf (Un)Kraut im Sinne des Pöbels verweist. Aus der bitteren Erkenntnis, dass Zeitung mit Inhalt sich nicht mehr kostendeckend verkaufen lassen, erbetteln die Journalisten eine Krautzeitung, in der guten Hoffnung, die Leser würden den Preis der Zeitung bezahlen, wenn sie es in Form von barmherzigen Almosen tun könnten.

Davon abgesehen, dass das sehr unwahrscheinlich ist, entspricht es dem crowdfunding out, indem es andere Zeitungen umso rascher verdrängen wird, was aber auch kein Unglück, oder ohnehin nicht abzuwenden ist.

Einen kurzen èberblick zur Geschichte gibt’s hier: http://www.fundable.com/crowdfunding101/history-of-crowdfunding

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2 Antworten zu “„Crowdfunding“ (Finanzfonds für crowds)

  1. Zwischen Geldanlagefonds und Gemeinschaftsfinanzierungen besteht ein erheblicher Unterschied. Beim Crowdfunding fließen kleine Beträge in 1 Projekt, wobei jedem Beitrag eine individuelle Abwägung vorausgeht: Finde ich das gut? Und hat das Aussichten auf Erfolg? Da stecken zum einen echte Schwarmintelligenz drin (viele Entscheidungen, die völlig unabhängig voneinander gefällt werden), zum anderen ein „Voting“ und ein Vorverkauf, weswegen große Investmentsfonds gerne in die späteren Hauptfinanzierungsrunden hineingehen, wenn anfangs ein Crowd-Funding erfolgreich gelaufen ist.
    Klassische Investmentfonds sammeln zwar auch Geld ein, doch dann passiert das Gegenteil: Eine sehr kleine Gruppe von Investmentmanagern, eventuell sogar nur 1 Person oder auch ein rein quantitiatives Entscheidungssystem legen fest, wie das Geld auf mehrere Projekte bzw. AGs verteilt wird (Streuung des Kapitals).
    Auf einem sehr hohen Abstraktionslevel kann man vom „Bündeln der Kräfte“ sprechen. Das ist ein Grundprinzip der gesellschaftlichen Orgnaisation – schon ein Staat lässt sich als Bündeln von Kräften verstehen, dann auch Betriebe, Heere, Parteien, etc. Im Prinzip zielen alle gesellschaftlichen Prozesse auf Bündelung – und haben da ihre Bewegungsquelle. Alleine ändert niemand etwas in der Gesellschaft, sondern höchstens in „seinem Bereich“. Indem wir „spenden“ (Geld oder Arbeit), nehmen wir sozusagen an etwas Größerem Teil. Das ist der psychologische Reiz beim Crowdfunding …

  2. @Fritz, sorry, hab Deinen Beitrag erst jetzt gesehen.
    Ich bin mit Deinen Ausführungen innerhalb der verwendeten Perspektive völlig einverstanden. Mir geht es einfache um etwas anderes.
    Dass Fonds auf die von Dir beschrieben Art unterschieden werden können, sehe ich auch. Dann kann ich auch die eine Art Fonds besser finden als die andere.
    Mir geht es aber um die Crowd, um den Pöbel oder um das Pack, dass aus Menschen besteht, die gerade nicht – weder im Kleinen noch im Grossen – handlungsfähige Anleger sind, sondern eine Führung, die Du als Bündelung bezeichnest, brauchen.
    Bündelung hat zwei Persektiven, eine von innnen, von den Elementen her, die sich zusammen tun, und eine von aussen, vom Bündel her, in welchem die Elemente eingebunden sind. Jeder Fond ist eine Bündelung von aussen, es sind nicht die Elemente, die sich organisieren, es ist eine Crowd (sogar so bezeichnet!!), die gebündelt wird.

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