Pegida


Zuerst gab es in der real existierenden pegidaDemokratie Parteien, im Wes(t)entlichen Varianten der SPD und der CDU, die ihrerseits typische Varianten sind. Die Parteien waren (und möchten es bleiben) die Substanz der real existierenden Demokratie, die deshalb (beispielsweise von Luhmann) als Parteiendemokratie bezeichnet wird. Die Ideologien und die Führer der Parteien, die auch regieren, variieren innerhalb des durch Kapitalinteressen gegebenen Rahmen relativ stark, aber die Parteien bleiben (noch).

Dann gab es eine Anti-AKW-Bewegung, womit die Idee der „Bewegungen“ verwirklicht wurde. Bewegungen, die ein bisschen Erfolg hatten, wurden sofort Parteien. Aus der Anti-AKW-Bewegung wurden die „Grünen“, die letzte parteige Bewegung bezeichnete sich als „Piraten„, um die Gefahr zu bannen, eine gewöhnliche Partei zu werden. Hat nicht funktioniert.

Schliesslich – weil die Amerikaner den Europäern immer etwas voraus sind – entstand die Tea Party als Prototyp einer Bewegung, die keine Partei wird, weil sie deren zentrales Muster negiert. Bewegungen sind gegen die Regierungen, was etwas ganz anderes ist als die parteiische Opposition, die zwar gegen die jeweils aktuelle Regierung, aber nicht gegen Regierung überhaupt ist.

Im Commonsense der Parteien sind Bewegungen unsinnig, weil sie das hergebrachte parteidemokratische Spiel nicht mitspielen. Die zunächst normalste – und in gewisser Weise treffendste – Kritik der Parteien an den Bewegungen lautet, dass sie nicht demokratisch seien. Wenn Bewegungen aber ein gewisses Volumen erreichen, werden Bewegungen von den Parteien als Parteien mit einem untauglichen Programm gesehen, weil Parteien eben nur Parteien sehen können – was ja dem Wortsinn von Partei entspricht.

In Deutschland gibt es Montagsdemos, die typische „Bewegungen“ sind. Die erste Welle war gegen die Parteiregierung der DDR, die zweite Welle war gegen das Parteien-Regierungsprogramm „Hartz“, und jetzt gerade läuft eine neue Welle gegen die Regierung, die einer Einwanderung – von nur namentlich Asylanten und Islamisten – nichts entgegensetzen will oder kann. Ich finde die Bezeichnung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ ist eine ziemlich gute Übersetzung von „Tea Party“. Während im Ausdruck „Tea Party“ mit dem Wort Partei noch gespielt wird, wird die Partei in Deutschland ganz negiert: Alle Menschen sind Patrioten, sozusagen parteilose Brüder, wenn sie zusammen eine familiäre Kultur bilden.

Ich bin kein Parteimitglied und sehe deshalb nicht nur Parteien. Und die Selbstbeschreibbungen von Bewegungen irritieren mich nicht, auch wenn sie mich an die Selbstbeschreibungen von Parteien erinnern, die immer für alle sprechen, obwohl sie Partei sind. So wie die Mitglieder der CDU ein Deutschland für „alle“ jeweils Gemeinten wollen, so wollen auch die Pegida-Patrioten nur Gutes für Alle (Gemeinten).

 

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19 Antworten zu “Pegida

  1. Wnn du mitmachen möchtest, dich unter- oder überhalten oder informieren möchtest (deine Sicht kommt etwas kläglich daher), dann schau mal hier (aber auch die 500 Kommentare aufklappen):

    „Belehren, ausblenden, diffamieren: Wie Medien mit ihren Lesern umgehen
    Pegida: Die Schweigsamen und das Lärmen der Medien“
    in
    http://www.rolandtichy.de/tichys-einblick/pegida-die-schweigsamen-und-das-laermen-der-medien/#comment-15096

    (Im besonderen die in den Kommentaren verschiedentlich angegebenen Links gut anschauen)

    • danke für die Links, aber ich möchte nicht bei allem mitmachen. Mir genügt es oft, bestimmte mediale Muster (die ich im Kopf habe) wiederzuerkennen. Ich habe gerade unter
      Dave Kliczbor https://plus.google.com/u/0/
      wieder den Schrott gelesen und als solchen markiert, weil er mit extrem typisch erscheint. Hier meine Perspektive auf das unselige Medienereignis:
      „ahhh … das ist aber ein guter Guter ..leider sagt er nicht, wo sich die, die er als Arme bezeichnet, bemerkbar machen könnten. Er stellt sich auch damit auf die Seite der Reichen, die den Armen gut Ratschläge geben …
      Diese als Anti-Pediga-Propaganda funktioniert genau nach dem Pediga-Muster, ich finde es extrem peinlich, so über die „Armen“ zu sprechen, eigentlich geistig arm.

  2. Pingback: Karikaturen (Pediga) | Dialog

  3. Lieber Rolf Todesco,
    Ich verstehe, daß du „nicht überall mitmachen möchtest“, halte das aber gewissermaßen nur für eine Selbstvergewisserung, daß man „nicht überall mitmacht“, obwohl man sich schon richtig tief reingehängt hat, weil man dabei nun leider auch noch hängengeblieben ist und nicht mal mehr den Übeblick hat, wo man da hängt, bzw. was denn da hängt oder was da gehängt wird – vor deine Augen.
    Also diese Bemerkung könnte schlicht gestrichen werden.

    Obwohl dir bekannt ist, daß Luhmann nicht einmal wußte, was Partei ist, damit an keiner Stelle Partei ergreifen konnte – außer für sich (er hielt halt nur sich für Partei), führst du ihn hier als Parteiendemokrativersteher an, das entspricht in etwa dem, als wenn du nun behauptest, der Obama sei ein Putinversteher – aber wer weiß, vielleicht ist der das doch und reagiert gerade deshalb so getroffen und gereizt, weil da (zu) viel „dran“ ist …
    Und:
    Die Führer der Parteien „regieren “ nicht, das würde ja bedeuten, daß Obama oder Merkel regieren …
    Und:
    Die „letzte“ parteige Bewegung sind / waren nicht „die Piraten“, sondern nur einige davon, und nur für kurze Zeit, denn:
    die „letzten parteiigen“ in D sind die „Alternativen“ – nein, nicht die „Alt-Alternativen“, die sich sicherheitshalber grün verfärbt haben, damit Ihnen das Alternative nicht etwa stetig abgefordert wird, es sind die „Neo-Alternativen“, die „für Deutschland“, die ein europäisches Deutschland als deutsches Europa fordern – oder eben keins mit „europäisch“ dafür aber mit „ordentlichen Alternativen für Deutschland“, gewissermaßen als Schlachtruf gegen VorgeMerkelung der Obajammerei bzw. Ukrainisierung der EU.
    Also: Diese, die AfD sind korrekterweise die „zuletzt“ als parteiige gestylten.

    Und
    das mit der Opposition verkennst du etwas:
    Die Rolle vom Gysi hat nun der Bachmann (von Pegida) übernommen, zumindest was den Trieb zur „Bewegung“ betrifft, denn die Opposition muß auch „getrieben werden, zur Oppositionsbank, zumal sie wohl gerade etwas weggekuschelt hatte …
    Wo kämen wir hin, wenn die Opposition nicht mehr getrieben wird zum Treiben der Regierungskoalition, zumal die eine Hälfte davon (die „nur im Bündnis Grünen“) sich ja bei den LINKEN-Oppositions-Partnern nicht so wohl fühlt und sich noch vor diesen der Regierungskoalition als solche der „Willigen“ zur Verfügung stellen will.

    Un dann sagst du etwas Seltsames so nebenher:
    “ …weil die Amerikaner den Europäern immer etwas voraus sind …“ – Das, lieber Rolf Todesco, ist doch schon einige hundert Jahre her, oder willst du etwa sagen, daß, wie sie dort mit ihrem 2-Parteien-Oligarchen-Wahl-System der Welt vormachen, wie man am heftigsten das Wahlvolk „statistisch“-demokratisch (was heißt: als Statisten) benutzt, um den größten GeldKopf (oder seine Gilde) zum Bestimmer zu machen, daß das „voraus“ sein soll?
    Oder daß die amtliche Aufhebung der Rassentrennung, die erst Jahrzehnte nach der Befreiung des „großdeutsch-österreichisch-ungarisch-Europas“ von deren Nazistischen Rassentrennung und offensichtlich auch dann nur mehr formal stattfand, daß das „voraus“ war?
    Eine „Aufhebung von Rassentrennung“, die bisher immer noch nicht so praktisch gelebt werden kann, wie im seit mindestens 6 Jahrzehnten befreiten Deutschland, weil in US allein fast jede Bevölkerungsgruppe als solche identifiziert und anders eingeordnet wird bei staatlichen Maßnahmen?
    Also auch diesen gestreuten Hinweis, mit dem „Amerikaner immer etwas voraus“ können wir also nicht sostehen lassen, oder meinst du damit, modern orientiert, das Töten unbekannter Menschen ohne Untersuchung, ohne Urteil ohne Transparenz der Demokratie durch Präsidialerlas in fremden Ländern unter Ausschluß dieser Regierungen und von dritten Ländern aus per Gamerkonsole und Drohne, auch ohne Genehmigung dieser Länder?
    Solltest du allerdings das „Durchsetzen aller nationalen (!) USA-Interessen überall auf der Welt, wo und wie wir das für erforderlich halten“ (Obama, Westpoint 2014) meinen, dann ist auch das nicht „voraus“ sondern 100 Jahre hinterher hinter dem Europa der Deutsch-Österreichisch-ungarischen Koalition der damals, 1914, „Willigen“.

    Und dann meinst du anscheinend einfühlsam
    “ .. entstand die Tea Party als Prototyp einer Bewegung, die keine Partei wird“ – wie verschmust ist das denn?
    Richtiger scheint wohl eher, daß da nichts „entstand“, sondern ein altes Darm-Leiden heftig aufbrach und sich nochmal kurz zum Wurmfortsatz der amerikanischen Religionskriegerei aufschwang.

    Du erzählst heute lauter seltsame Sachen, von dir ist man solche boulevardesken Feuilletonversuche doch gar nicht gewohnt.

    So wohl auch das:
    Bewegungen sind mitnichten unsinnig, erst recht nicht für Parteien, das ist doch das einzige, was diese noch treibt, antreibt, was überhaupt Patreiendynamik herstellen kann – Siehe Beispiel Pegida:
    Die Parteien (und nun zwar alle!) beginnen, statt die treibenden sich (selbst!) bewegenden weil bewegten Bürger, nun plötzlich sich und die „Landesprobleme“ aufeinmal wieder selbst zu entdecken, überschlagen sich in Konzipierung von Maßnahmen zum Abbau der Pegida-Forderungen und rufen komischerweise trotzdem demokratisch geprägt in „gemeinsamer Geschlossenheit“ (Merkel) den Pegidianern zu
    „Weg mit euch, das politische Boot ist voll, keine weiteren Passagiere möglich – raus!“
    und versammeln sich so in einer gemeinsamen „RAUS“-Fraktion, „RAUS“ gewissermaßen als „Alternative“ zur „Alternative, der „für Deutschland“ …

    Und dann verwechselst du auch noch Tea und Patriot:
    „Ich finde die Bezeichnung “Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes” ist eine ziemlich gute Übersetzung von “Tea Party” – Aber Rolf Todesco, das genaue Gegenstück ist der Fall, es heißt doch nicht Party-Europäer, sondern patriotische….
    Oder: Stille Bewegung im Aufrechten Gang heilt jede Entzündung im Wurmfortsatz.
    Übrigens:
    Wo „findet“ man solch einen Kram, wie du hier meinst? Eher keine zuverlässige Fundgrube, bestenfalls Grube.
    Zumal sich der Wind bereits gedreht hat:
    Weder die Aktion der Bischöfe, noch die der „sich gern etablierenden“ Politik noch deren sich selbst „nie beschneidende“ Leitmedien, die alle nur bei der gleichen Agentur einkaufen, noch die etwas beengten Horizonte der Provinzpolitiker der ewig multikultisch (statt multikulturell) gebeutelten nordrheinischen Provinzen mit ihrer Gewalt-Provinposse nazistischer „Pro-Kölln“-Mob kontra „antifa-GmbHRAUS-Fraktion“ kontra „Salsfistzen for Kölln“ kontra „Polizei gegen alle“ haben an der stillen Bewegung der Spaziergänger etwas ändern können, auch nicht die linkischen Versuche, neonazistische „Pegida-Babys“ in anderen Städten zu „gebieren“ – und den Dresdenern medial anzuhängen.

    Der Wind hat sich gedreht:
    – Nicht die Pegida sind „eine Schande für Deutschland“ (Maas), sondern der sich damit unsterblich lächerlich machende Justizminister, der statt ministeriell zu handeln hier, sein Amt mißbrauchend um unreife SPD-Beton-Politik zu verkünden, statt auf ordentliche Urteilsfindung zu achten sich persönlich zum Vorverurteiler mutiert

    – nicht „die Leute in Dresden haben kalte Herzen, geht nicht hin“ (Merkelei als Neujahresbotschaft der Pfarrerstochter an die Nation) gilt nun, sonern neu (Merkel) „Ich bin die Kanzlerin aller Deutschen“ – Aha, willkommen im Klub, Pegidianer …

    – nicht gefakte, sich selbst kopierende Medienberichte „interessierter Kreise“ über Pegida samt selbsternannter TV-Pseudo-Rechtsextremismusexperten studentischer Bauart sondern plötzlich Sachstandsmeldungen von ernsthaften Instituten, Wissenschaftlern und Politologen, die etwas von ihrem Geschäft verstehen, dominieren die Quasselrunden, Nachrichten und „Überlegungen“, seit man feststellte, da „spaziert in Dresden nicht das gemeine dumm unnütze Volk, das abgehängte abhängende „Hartz4-Potential der zurückgebliebenen Ossis, und rebelliert gegen nicht bekannte Ausländer und Flüchtlinge“, sondern da läuft die „Creme“ der deutschen „Leistungsträger: Ärzte, Ingenieure, Meister, Selbständige aller Art, sozial gesichert, – und das nicht etwa „gegen Ausländer, Flüchtlinge und Muslime“ sondern für deren endlich ordentliche gesetzesgetreue Behandlung durch die dafür bestallten Politikerfiguren.
    Und daß man dort nichts anderes will, als daß endlich statt Maulheldenfakes nun Tatsachen stattfinden und zu mindest die vorhandenen gesetzlichen Regelungen zur ordentlichen korrekten Behandlung aller Religionen (keinerlei Glaubenskämpfe auf deutschem Boden) und menschenwürdigen Behandlung von Asylanten und Flüchtlinge, aller Migranten – einschließlich der eigenen „inneren“ Migranten – durchgesetzt werden –
    Was für ein heftiger A..-Tritt in die „obere“ etablierte schaumschlagende Kircherei und Politik, da wird deren Sorge ums „Eigene“ schon verständlich, ihr Wunsch „jetzt zusammen zu halten“ – und das, lieber Rolf Todesco verwechselst du mit „Tea-Party“ – und meinst dann, du machst, indem du das tust, „nicht überall mit“?

    Da stellte sich kürzlich im TV doch ein „Leiter der Aufarbeitung Forschung SED-Staat“, ein unbekannter Akademiker, hin und meinte, die Pegida sei eine eindeutig lokal-ostdeutsch begrenzte Angelegenheit von Menschen, die lange unter der SED gelitten und daher nicht gelernt hätten, mit Konflikten umzugehen und deshalb (25 Jahre später, also etwa so wie die Westdeutschen etwa 1970 mit Nazi-Gewohnheiten) „aufgebracht seien aus Egoismus heraus, weil sie das Leben mit Fremden nicht kennen würden, zumal es dort ja keine (wenig) Ausländer und Asylanten gäbe, aus regionalem Frust der politisch Zurückgebliebenen im Osten sprachlos „protestieren“, weil sie ja eigentlich nichts zu sagen hätten …

    Dieser gute Man vergaß, daß es doch diese Leute waren, die den von ihm (!) heute zu erforschenden SED-Staat bereits vor 25 Jahren zum Teufel schubsten, ohne einen Blutstropfen – was für Figuren doch da so „herumforschen“ in unserer Geschichte und sich für Edeldeutsche halten.
    Der Mann meinte noch, die Ossis sind „nach vorn still duldend ertragend und nach hinten intrigierend (soll heißen: genetisch falsche Fuffziger – als Akademiker!!??) – nun, er muß es wissen, die meisten seiner MItarbeiter sind solche Ossis, aber mit den Dresdenern hat er was verwechselt in der Wahrnehmung:
    Die protestieren recht praktisch „vorn“ ohne die Klappe (wie er) aufzureißen und sind nach hinten kompromißlos gegen jeden intriganten Anwurf, wo er auch herkommt, und wissen solche durch Medienverweigerung zu beschränken.

    Da hilft es auch nicht, sie lächerlich zu bagatellisieren mit „dort sind doch kaum Ausländer, Asylanten, Flüchtlinge usw. – wie kann man dann dagegen sein?“ – Nun, abgesehen davon, daß die Dresdener eben nicht „gegen“ diese Menschen sondern gegen den besch… Umgang der verantwortlichen Politiker mit diesen Menschen sind,
    gibt wohl das z.B. dieses zu bedenken:
    Kein Anwohner am Starnberger See (vergleichbar mit dem Elbthal), wo doch kaum Drogenkriminalität oder Massenmord, Menschenhandel oder Kindesmißbrauch stattfindet, ließe sich auch nur annähernd verbieten, sich dennoch dagegen deutlich zu postieren, aber bei den dofen Ossis aus Dresden, die auch „erst“ seit 25 Jahren „WELT“ -TV erleben, z.B, zur nicht mehr händelbaren multi“kultisch“ aus dem Ruder laufenden Polit-Provinzposse aus Kölln, wird das als „nicht verstehbar“ vorgeworfen …

    Nein, lieber Rolf Todesco, nicht die „Selbstbeschreibungen von Bewegungen irritieren“ dich nicht, sondern es sind deren Fremdbeschreibungen, die dich sehr wohl beschlafnahmen, die letztlich erkennbar aus einer Hand und gleich vorab in Fülle kamen, sie haben dich irritiert, so wie das beabsichtigt war in der Welt der „Selbstbeschreibungen von Parteien … die immer für alle sprechen, obwohl sie Partei sind.“ (Ich liebe doch alle …)
    „So wie die Mitglieder der CDU ein Deutschland für „alle“ jeweils Gemeinten wollen, so wollen auch die Pegida-Patrioten nur Gutes für Alle (Gemeinten)“ – das, verehrter Rolf, ist dann wieder völlig korrekt, bis auf das die „Gemeinten“ immer gern und zuerst und vorneweg von den Bestimmern festgelegt werden sollen.
    Wie es aussieht, hat sich genau das nun Pegida mal nicht gefallen lassen.
    Kann doch passieren, in einer Autokratie der „politischen Korrektheiten“, die irgendwann nur noch dafür anstatt für das Leben der Menschen herumdackelt.

    Auch wenn du dich nun nicht so tief (bzw. long) „hineingehängt“ hast, wie ich mal grade hier:
    Drin hängst du damit auch, wieso auch nicht, ob nun Pegida oder andere Versatzbegriffe, die dann statt nominell „gegen Islamisierung“ als (gewünscht provozierend) „gegen Islam“ verfälscht wird.
    Deutsche Sprache im Gebrauch eben doch schon etwas vertrollert und Gefahr für etablierte Politik,
    so what?

  4. Ja!
    genau so ist das wohl:
    „Diese als Anti-Pediga-Propaganda funktioniert genau nach dem Pediga-Muster, ich finde es extrem peinlich, so über die “Armen” zu sprechen, eigentlich geistig arm.“
    Richtig, geistig „arm“ – oder auch „arm dran“, wie gerade selbsternannte „autonome“ Voll-Burkaträger (voll in schwarz) in Leipzig randalierten, Geschäfte zerstörten und Polizei verprügeln wollten und dazu dann sagen „Anti-Pegida-Kampf gegen die Gefährder der Gesellschaft“.
    Das wird sich aber nun ändern, denn Frau Merkel rief auf, „die Demokratie zurecht zu rücken“, eventuell greift sie schon mal mit der einen Hand den anderen Arm und zieht heftig dran, als „Kanzlerin aller Deutschen gegen Pegidas mit den kalten Herzen,

  5. Lieber Lusru, ich sehe, dass meine Formulierungen für Dich keinen anschlussfähigen Sinn machen. Oder gerne auch genau umgekehrt: ich verstehe nicht, wie Dein Beitrag an das anschliesst, was ich in meinem Beitrag lese.
    Mir geht es nicht um das, was die Parteien sind oder tun, sondern nur darum, dass sie in ihrem Selbstverständnis Parteien sind. Und dazu hat auch N. Luhmann etwas gesagt – was aber auch nicht sehr wichtig ist. Zudem was verschiedene Mitglieder von verschiedenen Parteien über sich und die je anderen sagen, mag ich einfach weder nachdenken oder gar auch noch etwas sagen.

  6. Aber Rolf Todesco, ich glaub dir gern, daß du das glaubst, was du zuletzt da sagst, nur ich erkenna da etwas anderes, das auch von dir gesehen werden kann:
    Mit
    „Diese als Anti-Pediga-Propaganda funktioniert genau nach dem Pediga-Muster, ich finde es extrem peinlich, so über die “Armen” zu sprechen, eigentlich geistig arm.”
    reist du dich doch ein in die „Werter“, die „Bewerter“, sowohl des einen wie des anderen Phänomenchens mit „arm dran, geistig“ – das müßte dann korrekterweise nach deinen mehrmaligen Akzenten doch eher von dir gesagt werden, da du dich selbst widersprichst und es nicht bemerkst.
    Nun. das macht nichts, denn es gilt:
    Man kann alles auch andersherum sehen, man braucht sich nur mal auf den Kopf zu stellen – was wohl ich -aus deiner Sicht – hier wieder einmal tue.
    Eine Kommentarin in einem anderen blog meinte, das „Systemische“ in diesen Vorgängen voll erfassend und konzentrierend, das Prinzip Druck und Gegendruck nachweisend:
    „Wer Hass sät, bekommt Pegida“.
    „Andersherum“ betrachtet hieße dies:
    „Wer Pegida gesät hat, bekommt Hass“,
    und dann noch abschließend dieses „andersherum“ betrachtet:
    „Wer Hass bekommen hat, hat Pegida ….“
    So ist das halt, da ruft einer: „Der ist blau und verbreitet Pferdehass“,
    der Nächste:
    Der „Blaue hasst Pferde“
    der Nächste:
    „Der hasst blaue Pferde“
    und schließlich:
    „Warum müssen die Blauen eigentlich genau bei den Pferden hassen?“
    und schon haben wir etwas, das zwar nicht existiert, aber eine „fruchtbare“ Pegida-Diskussion ergibt, und zu fragen ist, wer denn dabei nun wohl der ist, der „arm dran“ oder „geistig am A rm“ war.
    Es hoilft doch nichts zu sagen, da hat einer dazu was gemeint, wenn der, der da was meinte, weder sich noch das was ermeinte, verstanden hatte, weil weder er noch das Gesagte noch das Gemeinte nichteinmal in Ihm existierte, da er doch auch nur Placebo seiner selbst sei – alles Klar?

  7. Ach so, der „Beobachter“ des Beobachters war in diesem Falle ich, da ich existiere – auch wenn ich das mal nicht (mehr) so sehen kann, folglich nicht ganz so „arm dran“ bin und andere „Beobachter“ gar nicht erst zulasse, bei meinen Beobachtungen (wenn auch etwas bekannt erscheinend: nicht nach Luhmann)

  8. ja, lieber Lusru, Du hast recht, ich habe da mit „geistig arm“ auch etwas gesagt, was als Bewertung gesehen werden kann. Das zeigt mir, dass ich nicht nur in meinen Artikel sondern auch beim Kommentieren besser aufpassen sollte – um nicht mich selbst als geistig arm zu zeigen.
    Letzt bleibt mir nur: Ich bitte alle, die durch meine unglückliche Formulierung betroffen sind, diese zu entschuldigen. Ich habe mir zu wenig gedacht dabei.

  9. Keine Entschuldigung, keine Ausreden!
    Spaß bleibt Spaß, muß Spaß bleiben.
    Und jeder, der in der Lage ist, einen Fehler zu machen, der darf das. Und wenn der Fehler ein Spaß war, ja, dann ist das halt kein Fehler, für den man sich entschuldigen kann …
    Du nimmst doch nicht ernsthaft an, daß ich dir eine rhetorische Schwäche unterstelle, oder?
    Im Zweifel wurde doch nur nur getrollt, und das geht immer durch.

  10. ich wollte beim Trollen einfach auf der sicheren Seite bleiben, so dass ich nicht nochmals über andere Menschen etwas sage. Und ich wollte und will ja auch nichts über diese Pegida sagen, was kümmert sie mich? Ich wollte mir nur klarer darüber werden, wie ich die real existieren Demokratie beobachte, und die Pegida war einfach ein Anlass oder ein Beispiel dazu.
    Genauso wie die Hebdo-Geschichten, die mich ja inhaltlich auch nicht das geringste angehen.
    Ich beobachte Beobachtungen gesellschaftlicher Phänomene, also wie die Medien unterstützen, dass Religion Thema bleibt. Und weil ich so schreibe, dass ich mich selbst verstehe, kann ich viele Impikationen machen, die anderen Lesern dann wahrscheinlich verborgen bleiben, wofür ich mich dann entschuldigen kann, nicht Ausrede, sondern nicht hinreichend ausreden.

  11. Das weiß ich alles, Rolf, schon lange.
    Und es kommt (auch) mir reichlich bekannt vor.

  12. ja, ich weiss .. wir könnten auch mal über etwas, was Dich interessiert, nachdenken, auch wenn ich dabei wohl wieder ertappt würde … ich schreibe nicht nur immer dasselbe, mir fallen auch immer wieder dieselben Bücher in die Hände, die mir dann auch reichlich bekannt vorkommen 😉
    Zur Zeit lese ich gerade wieder H. Braverman Produktionsprozess und Holzkamp Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Da fühl ich mich halt wie zuhause … wie wenn ich immer dasselbe schreibe
    PS: Es ist ja wenigstens etwas anderes als die meisten andern schreiben

  13. … über etwas, was Dich interessiert …
    Das ist nicht einfach, das Meiste davon hatten wir schon oder haben wir gerade am Wickel, nein, nicht daß der Bachfratz von Pegida gegangen worden ist, nein, auch nicht, daß die Leipzioger zu doof sind für Pegida mit ihrem Legida – Mißbrauch wird halt überall bestraft – oder wie hier: vom Urheber Pegida beklagt.
    Nein, eigentlich ist es auch nicht Pegida (im vollen Wortlaut hier gemeint), was geht mich das sogenannte christlich-jüdische Abendland an, das all seine „Werte“ doch letztlich den Übersetzungen, Bewahrungen, wissenschaftlichen Erkenntnisse über Welt, Umwelt und All samt Sprache, Schriftzeichen und Zahlensystem mit Mathematik doch weder den Jüdischen noch den christlichen sondern den osmanischen, sprich frühislamischen Toleranzen und Leistungen für Europa zu verdanken hat und damit sogar die eigentliche Grundlage der europäischen Aufklärung.
    Nur manchmal gibt halt jeder mal den Gorbatschow (Wer zu spät kommt, den …), neulich der Gorbatschow in Sowjetunion, und damals bis heute eben der Islam, der bis heute weder einen Gorbatschow (für das „Brechen der Ideologie“) noch einen Luther (für die Erneuerung der Sprache und DAMIT des Denkens), noch einen aktuellen großen Preisträger für irgendetwas „hervorgebracht“ – oder es blieb uns und vielen Mulimen verborgen …
    Nein, was mich interessiert ist, wie auf dillettantisch naive Weise, gewissermaßen im Trotz einer Klippschulenmanie die angebliche „leitende“ Elite eines Landes sich hinstellt und es direkt darauf anlegt, das eigene Volk so zu spalten, so aufeinander zu hetzen, daß mir das in Betrachtung der Historie doch mehrfach bekannt vorkommt, weil es so nach „ich kann nur Totalitarismus, egal wofür und mag nicht immerzu denken“.
    Ja, so hat er sich breit gemacht, jedesmal, der Totalitarismus, geschmückt mit allerhand Gedankengirlanden, die sich auch noch für Demokratie halten, und das auch noch „progressiv“ bezeichnen – na, würe schlimm, wenn jemand was meint und nicht „voll dahinter steht“.
    Lieber wäre mir allerdings, er stünde schützend davor, damit nicht irgendwer alles umdeuten kann …
    Und so bin ich damit doch wieder bei deinmeinem Lieblingsspielzeug: Beim Deuten, bedeuten, belegen von Buchstaben mit dem, was wir für Sinn, für griffig wie begreiflich, aus sich heraus bereits begreiflich weil weitgehendst selbsterklärend, halten.
    Nur dazu ist Sprache da, als Schiene, auf der es rollen muß …

  14. „Nur dazu ist Sprache da, als Schiene, auf der es rollen muß …“
    und in meiner Schreibweise:
    Nur dazu ist Sprache da, als Schiene, auf der ICH rollen muß …“ Ich rolle dann mal auf der Schiene weiter, ohne zu wissen wohin, aber immer Girlanden wegschiebend, die mir vor meinem Spiegel der Selbstverständigung hängen.

  15. Ja gut und fein, Rolf – oder Roll(e)f?
    Nun wissen wir endlich, warum du bist, wie du bist:rollend auf Sprache, was man schon mit deinem Namen so spielen kann, ob sich jemand seinerzeit einen richtungsweisenden Namen für dich bestellt hatte?
    Und weiter war ich mal so unbescheiden und habe beim „es muß rollen auf der Schiene Sprache in dem „es“ mich gleich mal mitverstanden.
    Übrigens: Dich natürlich auch – nur wie sagt man das dann so, daß keine Rückfragen, Korrekturen oder Ergänzungen erforderlich sind?
    Ich denke weiter darüber nach, auch darüber ob nicht nur DU auf dieser Schiene rollen mußt, sondern Sprache auch in dir – oder du in ihr, oder so
    Weißt du, wenn Schiene und darauf (!) rollen, mußt du nicht wissen (fürs Rollen) wohin, das weiß meist schon Schiene (liegt so in der Natur der (Be)Deutung Schiene, ohne solche rollen wäre anders, nur das wäre wohl in diesem Sinne leider auch ohne Sprach‘ und entsprechend ungemütlich

    • nun trau ich mich nit mehr, da nur ein Smilie – weiß nicht, ob du nun aus-, über, an- oder ablachst, es könnt ja auch mal Schmunzeln sein
      :-()

  16. ich smile gerne, wenn ich nichts mehr zu sagen habe. Aber das heisst nicht, dass es nicht noch ganz viel zu sagen gäbe, es heisst nur, dass mir nichts mehr einfällt.
    „… wir könnten auch mal über etwas, was Dich interessiert, nachdenken“

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