Surfen (to surf the web)


Als Surfen bezeichne ich umgangssprachlich oder denglisch das Wellenreiten und metaphorisch das Durchbrowsen des Internets.

Beim Wellenreiten benutze ich das Umschlagen der Wellen auf der surfenBrandungszone (engl. surf) zum Gleiten auf dem abfallenden Wasser.

Beim Surfen im Internet „gleite ich – in diesem metaphorischen Sinn von einer Webseite zur andern. Die Anekdote sagt, dass die Bibliothekarin Jean Armour Polly den Ausdruck 1992 im Wilson Library Bulletin prägte, weil auf ihrem Mauspad ein Surfer abgebildet war. Das ist eine schöne Erklärung dafür, wie ein Wort in die Sprache aller Menschen kommt.

Die Metapher suggeriert, dass ich Internet von einem Dokument zum andern surfe, aber natürlich surfen allenfalls die Dokumente von einem S”e”rver zum andern und auf Bildschirm. „“ ist insofern ein gutes Bild, als ich beim Surfen auf einer Welle – im Idealfall – am Ort bleibe, während sich die Welle – mit mir – durch die Brandung bewegt. Wenn ich im Internet surfe, bleibe ich am Bildschirm und lasse Signale sich durch das Netz bewegen und an meinem Bildschirm im Sinne einer Brandung zu Texten oder Bildern auflaufen.


PS: Während ich in meinem Blog Schrift-Sprache – das wird eine Buch schreibe, schreibe ich ich auch in meiner Hyperbiliothek, „surfen“ ist ein aktuelles Beispiel dafür.

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14 Antworten zu “Surfen (to surf the web)

  1. Ich habe mal auf meiner homepage die ankündigung eines Kurses für „achtsamkeitsbasierte stressbewältigung“ mit dem bild eines surfers versehen. schließlich ist Surfen eine schöne metapher für Achtsamkeit.
    Ich erhielt dann aber die Abmahnung einer Bildagentur in Höhe von 1.400 €.

    • ouu, ich wohne in der Schweiz und da ist es für die Abmahner-Bande offenbar vnicht so einfach. Ich wurde schon mehrmals abgemahnt und habe einfach nicht reagiert (natürlich die Bilder gelöscht). Bislang hat mich noch keiner vor Gericht gezogen. Aber sicher bin ich natürlich nie. Ich schreibe mal was dazu, nächstens 🙂
      Dass Surfen im Internet etwas mit Achtsamkeit zu tun haben könnte, ist mir bislang auch nicht bewusst gewesen 😉

  2. wenn alle denkbaren websiten nur XXX und nichts anderes anzeigen würden, würden wir wahrscheinlich statt surfen datenaufruf oder datenlieferung sagen.
    für mich entspricht der ausdruck des surfens meiner geistigen bewegung, dem lenken können, dem ausnutzen von schwung, energie und auch dem überrascht oder überflutet werden.

    • hier gibt es noch keinen Gefällt mir_Button, muss ich noch suchen, würde ich aber drücken 🙂
      Etwas reklamieren muss ich aber doch: ich unterscheide sehr, ob ich meine Energie oder jene in der Welle verwende

  3. Pingback: Hyperlink (Hypertext5. Teil) | Schrift-Sprache

  4. gerade wenn ich mir den tatsächlichen wassersportler (hier surfer) vor augen führe, fallen ja die energie des wassers resp. des windes und die des sportlers zusammen. das macht für mich die faszination von kitesurfen oder einfachem surfen aus, obwohl ich ansonsten von sport ziemlich unberührt bleibe 😉

    zum netz“surfen“: worin siehst du den vorteil die eigene energie von der der welle scharf abzugrenzen ?

    • ich vermute, dass wir nicht vom selben Netz sprechen. Ich meine die elektrische Maschine, die ich als Textwerkzeug verwende. Und bei Maschinen ist für mich gerade der entscheidende Punkt, dass ich nicht meine Energie, sondern Energie aus der Steckdose verwende, darin sehe ich Das-Maschine-Sein der Maschine überhaupt (weshalb mir die Unterscheidung so wichtig ist)
      Und bei Schneesurfen setzt ich ausschliesslich auf Skilifte, hochlaufen mache ich nie.

  5. o.k. o.k. 😉
    hab‘ ich doch schon wieder den hintergrund, auf den es dir doch ankommt, aus dem bewusstsein verschoben.

    • hmmm .. ich mein(t)e nicht, dass Du Dich um meine Sprache kümmern müsstest. Ich merke einfach – und merke es dann an – wenn Formulierungen nicht zu mir oder in meine Sprache passen. Aber ich vertrete ja die These, dass jeder Mensch seine eigene Sprache spricht. Energie ist in meiner Sprache ziemlich eng mit Maschinen verbunden … 😦

      • hehe, ich hingegen spreche mit meiner sprache nur behelfsmässig von „meiner sprache“ sprechen, und meine damit sowas wie horizont, was dann im alltag noch gestelzter klingen würde. –
        in diesem horizont spielen die physische und psychische energie eine grosse rolle, womit ich aber mehr den qualitativen aspekt meine. aber das ist wirklich eine ganz andere geschichte 😉

        • ja, das ist eine ganz andere Geschichte – ich finde aber interessant, wo ich merke, wenn eine ganz andere Geschichte im Spiel ist, resp. wo ich es nicht merke – und dann mit Argumentationen die Geschichten biegen will (oder muss).
          Es ist ja auch lustig wie ich mit Metaphern umgehen kann (und was ich alles als Metapher rationalisieren kann – etwa wenn jemand psychische Energie hat 😉

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