links – rechts


Armin Nassehi schreibt:
„Wenn man das Rechte auf einen Begriff bringen will, dann ist es eine merkwürdige Konstellation von Gleichheit und Ungleichheit, nämlich Gleichheit nach innen und Ungleichheit nach aussen.“

Das ist – im Luhmannjargon – hochabstrakt:
Naiv (er meint etwas sehr Einfaches) könnte ich das so interpretieren, dass Menschen sich mit anderen Menschen zusammentun, die ihnen ähneln und die sie als gleich empfinden. Menschen, die ihnen nicht ähneln, können nicht Mitglied dieser Gruppe werden. Mit etwas Theorie im Hintergrund geht es aber um eine Selektion von Kommunikationen mit sich ähnelnden Informationen.

Worin sich die Informationen ähnlich sind, wird in der Luhmann-Schule ausgeblendet, respektive als Erfolg der Mitteilung behandelt, die Kommunikation ausmacht. In Bezug auf „rechts“ – in einem gesellschaftlichen Sinn – sehe ich die Ähnlichkeit die „rechts“ ausmacht darin, über Andere zu sprechen, was inhaltlich oft als Inklusion oder Exklusion erscheint.

Wenn beispielsweise ein Parteimitglied der Partei „Die Linke“ über die Mitglieder der AfD spricht, ist das in diesem Sinn ein „rechtes“ Verhalten, was in einer Hypostasierung dazu führt, dass dieser „Linke“ als „Rechter“ erscheint.
Wer über DIE Mitglieder der AfD spricht, ist in diesem Sinn ein politisch Rechter, egal welcher Partei er selbst angehört. Dazu gibt es in der Parteienpolitszene Ausdrücke wie „linker Fascho“ und dergleichen – Ausdrücke, die immer für Andere reserviert sind.

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