George Spencer-Brown


Anmerkungen zu einer persönlichen Begegnung

Nachdem G. Spencer-Brown, Autor von Laws of Form,  in der Konstruktivisten-Szene spencer-brown1durch H. von Foersters Zitat zum Guru avancierte, wurde er wieder entdeckt und zu einem Lehrauftrag an die Uni Heidelberg eingeladen, für den er nach eigenen Angaben nicht wie vereinbart bezahlt wurde. 1998 war er als Gastredner am Complex-Change-Kongress der Fachstelle für Weiterbildung der Universität Zürich.

„G. Spencer-Brown“ ist eine komplexe Figur, die radikal für die „Philosophie“ steht, die mit seinen verschiedenen Namen und Darstellungen verbunden ist. Er selbst beschreibt sich als erleuchtet (in: Dieses Spiel geht nur zu zweit). In der Anwendung seines Kalküls erscheint die Erleuchtung als re-entry auf einen Zustand, der zuvor als Geisteskrankheit konstruiert wird. G. Spencer-Brown ist ein beautiful mind in der expliziten Form.

Mich behandelte G. Spencer-Brown jedenfalls in gröbster Art, als ich anlässlich seines Besuches unserer Veranstaltung in Zürich für drei Tage auf ihn aufpassen musste, weil er sich in einer fremden Umgebung krankheitsbedingt räumlich nicht orientieren kann. Das war allerdings nur meine Wahrnehmung. Er selbst hatte dazu eine ganz andere Interpretation: Er sagte mir ganz direkt ins Gesicht, ich sei ein ganz normaler Idiot, der seine eigenen Wahrnehmungen für wirklich nehme.

Re-entry: Wenn mir jemand sagt, ich sei ein Idiot und dabei sagt, was mich zu
Idioten macht, nämlich dass ich etwas für-Wahr-nehme, beobachte ich die Differenz. Man kann die Unterscheidung treffen, wonach es eine Wirklichkeit gibt. Ich habe beispielsweis für wirklich gehalten, dass ich drei Tage lang auf Herrn Spencer-Brown aufpassen musste und er mich dabei laufend beleidigte. Wenn ich aber meine Unterscheidung nicht so gezogen hätte – was er als Idiotie bezeichnete – hätte ich etwas ganz anderes erlebt. Ich hätte dann erlebt, dass er in seiner Radikalität über Idioten spricht und merkt, dass die Idioten das nicht verstehen, also Demonstrationen brauchen. Also demonstrierte er seine Theorie so, dass ich nicht umhin kam, seine Theorie (Anschauung) ernst zu nehmen, oder ihn als verrückt zu sehen.

Mittlerweile sehe ich, dass sich das Muster reproduziert. Wer Aussagen wie „ich habe die Enkelin von Russel vergewaltigt“ auf eine Wirklichkeit bezieht, hat von LoF nicht die geringste Ahnung.

Ich halte LoF für einen ultimativen Ausdruck von Wahnsinn (vom Wahnsinn, der in der Standardauffassung von Mathematik überhaupt steckt). Herr Spencer-Brown hat mir durch seine Beleidigungen (ich bezeichne sie als die 4. Beleidigung des menschlichen Verstandes) soviel eröffnet, wie C. Darwin, der mich glauben machen will, ich würde von Affen abstammen.

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Eine Antwort zu “George Spencer-Brown

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