Trumps vermeintliche Wende


ich beobachte gerade, wie unsere Medien Hr. Trump beobachten. Die NZZ meint ganz typisch, dass Hr. Trump eine seltsamerweise einsichtige Kehrtwendung vorgenommen habe, nachdem er sich bislang gegen ein Engagement in Syrien ausgesprochen habe. Unseren Qualitätsredaktionen (die den Journalismus be-lohn-en) gefällt die „neue“ Politik von Hr. Trump sehr gut.

Ich beobachte aber etwas ganz anderes: Hr. Trump geht es in keiner Weise um Syrien trump_syrienoder Giftgas. Das ist alles Ausland für ihn. Dagegen geht es ihm seinen Aussagen nach darum, im Inland wichtige Freunde zu gewinnen und zu binden. Und wer wäre ein gewichtigerer Freund als die Rüstungsindustrie, deren Werbeträger Armee so schöne Tomahawk Raktetenbilder in die Qualitätsmedien liefert?

Hr. Trump bleibt sich und seinen Wahlversprechen treu – und unsere Qualitätsmedien tun das eben auch.

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2 Antworten zu “Trumps vermeintliche Wende

  1. Über Motive und Intentionen kann man logischerweise mehrfach spekulieren, sobald man einmal damit anfängt. Z.B. gibt es auch die Intentionsvermutung, der Angriff war gemeinsam mit Putin „gestaged“ (inszeniert), damit seine Russland-Connection nicht länger misstrauisch untersucht werden. Die Vermutung hat etwas für sich, denn woher nahm „Trump“ das Vertrauen, dass Russland nicht aggressiv reagieren würde?
    Andere vermuten – dergleichen hat ja Tradition – einfach einen Akt von Präsidenten-PR zu den eigenen Anhängern hin („Ablenkungsmanöver“). Am unwahrscheinlichsten scheint(!) zu sein, dass der plötzliche Angriff irgendetwas mit einer bedachten „Syrien-Politik“ zu tun hätte. Die Rüstungsindustrie braucht die Affäre derzeit am allerwenigsten. Der Militärhaushalt wird sowieso ausgeweitet, das ist beschlossen, und noch mehr ist auf Grund der Haushaltslage nicht zu erwarten. Man kann aber sicherlich noch einige andere „Motive“ erdenken, wird dabei aber nur immer des Umstandes gewahr, wie wenig man über die sogenannten Tatsachen weiß, die hinter geschlossenen Türen auf den Tisch kommen.
    „Die Motive des Täters sind noch unklar“, würde die Polizei sagen.

  2. @independentclochard – ja, das Motive Gegenstand der Spekulation sind, sehe ich auch. Wenn sie aber in den Medien angeführt werden, geht es meines Erachtens darum, WELCHE von den beliebigen und möglichen Motive ausgewählt und thematisiert werden (und welche nicht).
    Die Putin-Geschichten gelten als Verschwörungstheorien und sind deshalb heikel für Journalisten. Und dass die Rüstungsindustrie gerade ohnehin viel Aufwind hat, bedeutet nicht, dass sie das wegen oder gegen Hr. Trump hat. Er kann sich mit seinem Handeln dort in jedem Fall Freunde schaffen.
    Also ohne die ausschlaggebenden Motive auch nur ansatzweise zu kennen, weil sie reine Spekulation sind, kann man über diese oder jene sprechen, weil man damit immer auch über Hintergründe spricht (oder nicht).
    Wenn (und je mehr) es einem „Führer“ gelingt, die grosse Industrie hinter sich zu bringen, um so mehr steigt seine Macht.

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