Ist die Republik „R“ ein Monster?


Adrienne Fichter schreibt über Zuckerbergs Monster einen kindischen Text. Sie ignoriert, dass Facebook ein ganz gewöhnliches kapitalistisches Unternehmen ist, das nur ein Ziel verfolgt: Gewinn. Sie tut so, wie wenn Facebook das Produkt eines anfänglich guten Menschen wäre, der die Kontrolle über sein Produkt monster_rverloren hat. Sie benutzt dabei metaphorisch das volksdümmliche Cliche von Frankenstein als Monster, ohne jede Reflexion des Textes von Marry Shelley. Sie schlägt den Sack, das Facebook, und meint den Esel, Herr Zuckerberg, dem sie vorschlägt, das Facebook zu schliessen, weil es einigen Menschen gar nicht gefällt.

Facebook ist kein Monster, sondern eine Internetapplikation. Monströs ist nicht, was in Facebook alles steht, sondern dass unsere neoliberale Politik zulässt, dass Kapitalisten derart viel Geld zusammenraffen können. Herr Zuckerberg ist in diesem Sinne ein erfolgreicher Charakter des Kapitalisten, der nichts dafür kann, dass wir im Kapitalismus leben, sondern lediglich davon profitiert.

Frau Fichter findet schlimm, dass Herr Trump die Wahl gewonnen hat. Das ist ihr gutes Recht. Sie schreibt überdies, dass er die Wahl dank einer geschickten Verwendung von Facebook gewonnen habe, was sie dem „Monster“ Facebook anlastet. Aber welcher Politiker hat je eine parteienpolitische Wahl gewonnen, ohne gnadenlos Werbung zu treiben? Facebook nimmt jede Werbung an, solange das Facebook nicht verboten wird.

Frau Fichter meint, im Facebook stünden viele Fakenews, die geteilt würden. Das Beispiel, dass sie gibt, zeigt, dass sie Fakenews und gute Witze nicht unterscheiden kann. Sie findet absurd, dass «Der Papst ruft auf zur Wahl von Donald Trump» häufiger angeklickt wurde. Sie hat einen eigenen Humor.

Facebook – und das ist die entscheidende Differenz zur Republik, für welche Frau Fichter schreibt – ist für die Texte, die dort zu lesen sind, nicht zuständig. Facebook schreibt nichts – und auch nichts monströses – über die Republik. Im Facebook schreiben irgendwelche Menschen, von welchen Frau Fichter meint, dass die meisten Katzenbilder lieben. Als kapitalistisches Unternehmen interessiert sich Facebook nicht dafür, was die Menschen schreiben, sondern dafür, welche Menschen dafür wie viel bezahlen, dass sie im Facebook Werbung machen können. Ja, es ist wahr, dass das Facebook-Unternehmen sein Produkt optimiert, aber welcher Kapitalist tut das nicht?

PS: Frau Fichter arbeitet in einem Unternehmen, das von unverschämt reichen Leuten finanziert wird.

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2 Antworten zu “Ist die Republik „R“ ein Monster?

  1. Ich habe gerade in der Republik „R“ die Kommentare zu Zuckerbergs Monster gelesen.
    Von der Republik „R“ weiss ich eigentlich nur dank Facebook, das wohl ganz wesentlich zum Crowdfunding beigetragen hat. Jetzt habe ich realisiert, dass ich im Forum der „R“ nicht mitschreiben darf, weil ich kein „R“-Verleger bin. So erscheint mir das Forum von „R“ ein kleines Facebook zu sein, aber eben ein exklusives Monster, das exkludiert, wer nicht bezahlen kann, während das Facebook niemanden exkludiert. Vielleicht müsste man(Frau Fichter) nochmals darüber nachdenken, was ein Monster ist?

  2. In den Kommentaren zum Monster bei der „R“ geht es wie im Artikel auch um die sogenannten Fakenews. Fakenews ist ein Wort für die Ansichten der andren. Philippe Wampfler schreibt beispielsweise, Facebook betreibe Journalismus.
    Das würde ich als Fakenews bezeichnen, nicht weil es nicht stimmt, sondern weil ich das total anders sehe.
    P. Wampfler schreibt ganz bewusst etwas, was er selbst nicht glaubt, weil er so (s)ein politisches Anliegen nachtragen kann
    (Dafür müsste das Gesetz eine Schweizer Redaktion verlangen, die im üblichen Sinne presserechtliche Verantwortung übernimmt.)
    Ein besseres Beispiel für Fakenews kenne ich nicht,, aber ich sehe, dass „R“ keinen Grund sieht, diesen Beitrag zu löschen (was sie mit anderen Beiträgen nach Belieben eines privaten Vereins ohne weiteres tun).
    Ich weiss, warum ich kein Massenmedium-Verleger bin.

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